Keine italienische Stadt erregte Rudolf von Alts Gefühl stärker als das unvergleichliche Venedig. Schon bei seinem ersten Besuch hatte die Dogenstadt den Künstler ungemein bereichert, seinen Sinn für Farbe geweckt. Nun, im Alter von siebzig Jahren, nutzte er das Flair der Stadt, um Rückschau zu halten auf sein eigenes Leben. So geht das vorliegende Aquarell weit über ein Kirchen-Interieur hinaus. Vielmehr malte der Künstler sich selbst als alten Mann, betend im Chorgestühl der gotischen Franziskanerkirche. Der Jüngling im Vordergrund des Bildes trägt ebenfalls die Züge Rudolf von Alts, des jugendlichen Künstlers, dessen Blick den des Betrachters sucht. So spannte Alt mithilfe der Kunst einen Bogen über sein Leben. Dabei sind die Personendarstellungen in diesem Aquarell von so herausragender Qualität, dass sie selbst von den besten Porträtmalern nicht zu übertreffen gewesen wären.

     

 


Alt Franz
Alt Rudolf von
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien