Wien 1895 – 1960 Wien

Ernst Huber absolvierte zunächst von 1910 bis 1914 eine Lehre in der Genossenschafts-Buchdruckerei und arbeitete in der Folge als Schriftsetzer und Lithograf, bevor er 1920 eine erste Mappe mit eigenen künstlerischen Lithografien veröffentlichte. Daneben besuchte er Abendkurse für ornamentales Zeichnen bei Otto Prutscher und Karl Witzmann an der Wiener Kunstgewerbeschule. Nach dem Kriegsdienst nahm Huber auf Vermittlung Josef Hoffmanns neben Oskar Kokoschka, Anton Faistauer, Anton Kolig, Franz Wiegele und Herbert Boeckl an der Kunstschau teil. Die erste Ausstellung in der Kunstgemeinschaft war ein durchschlagender Erfolg, was ihn ermutigte, seine Laufbahn als Maler weiterzuverfolgen. Motive aus Niederösterreich, Oberösterreich und dem Salzkammergut beherrschen sein Frühwerk. 1928 wurde Huber Mitglied der Secession und nahm ab diesem Zeitpunkt regelmäßig an deren Ausstellungen teil. Lebenslange Freundschaften verbanden ihn mit seinen Malerkollegen Franz Kitt, Franz von Zülow und Georg Merkel. Ab 1923 unternahm er Reisen nach Italien, Frankreich, Nordafrika, Palästina, auch nach Südamerika und in die Vereinigten Staaten. Ernst Huber beteiligte sich darüber hinaus regelmäßig an Ausstellungen im In- und Ausland. Im Jahr 1935 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Malerei, 1937 den Ehrenpreis der Stadt Wien. Im Jahr 1949 wurde ihm der Professoren-Titel verliehen, 1952 folgte der Ehrenpreis für Malerei im Kunstverein Salzburg. Werke des Künstlers, die zum Fundament der österreichischen Klassischen Moderne gehören, befinden sich u. a. in der Österreichischen Galerie Belvedere, im Leopold Museum und der Grafischen Sammlung Albertina in Wien sowie im Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz.

Ernst Hubers Leben ist von einer bemerkenswerten Dualität geprägt. Auf der einen Seite war er der Volkskunst eng verbunden, und noch heute gilt sein Werk als „frisch, unbekümmert, häufig geradezu naiv“ (Regine Schmidt). Auf der anderen Seite stand er jahrelang an der Spitze der heimischen Moderne, und in den USA wurde er gar in einem Atemzug mit Oskar Kokoschka genannt. Was hier wie ein Widerspruch klingt, war für Huber eine Selbstverständlichkeit. Der gelernte Buchdrucker sammelte zeitlebens Werke der Volkskunst und war selbst als Hinterglasmaler tätig; gleichzeitig war er in der Kunstschau vertreten, jener legendären Künstlervereinigung, der so bedeutende Maler wie Herbert Boeckl oder Oskar Kokoschka angehörten.

Huber machte nie ein Hehl aus seiner Begeisterung für österreichische Landschaft; daneben war er aber auch ein unermüdlich Reisender, der wie kaum ein anderer seiner Generation Europa, Amerika und den Nahen Osten kannte. Er war nicht nur Mitglied der Wiener Secession, sondern vertrat Österreich auch mehrmals bei der Biennale in Venedig. Immer wieder aber zog er sich aufs Land zurück, meist nach St. Gilgen und Zinkenbach am Wolfgangsee, wo er gemeinsam mit Georg Merkel, Ferdinand Kitt oder Josef Dobrowsky malte. Geografische Grenzen waren für Huber unerheblich. Ihm ging es stets darum, „den unbeschreiblichen Zauber in den Motiven und die Farben der Landschaft“ festzuhalten, denn: „ich bin ein Maler, der aus der Landschaft seine Bildidee und Bildform holt.“


Hafner Rudolf
Hähnisch Anton
Haindl-Lapoirie Elfy
Hille Rudolf
Huber Ernst
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien