Wien 1895 – 1975 Wien

Bereits 1910 begann Kaufmann seine Ausbildung an der Malschule zu St. Anna, doch schon nach einjährigem Unterricht wurde er im Alter von 16 Jahren an der Kaiserlich Königlichen Akademie der Bildenden Künste in die Klasse von Prof. Rudolf Bacher aufgenommen. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Künstler als freischaffender Maler tätig und arbeitete in diesen Jahren in einem äußerst befruchtenden künstlerischen Umfeld: Andersen, Boeckl, Elsner, Faistauer, Kolig und Kokoschka wurden zu seinen wichtigsten Weggefährten. Wie sie schloss auch Kaufmann sich den verschiedensten Künstlervereinigungen an – 1920 bis 1925 dem Sonderbund, 1924 der Kunstge-meinschaft Wien und bis 1938 dem Hagenbund – und nahm an zahlreichen Kunstausstellungen teil. Durch seine expressiv dynamische Pinselschrift und die koloristische Kraft seiner Bilder wurden schon bald europäische Kunstsammler auf den jungen Maler aufmerksam.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Wilhelm Kaufmann mit Berufsverbot belegt und malte von nun an unter dem Pseudonym Lang. Aus dieser Zeit stammt der äußerst interessante Amerika-Zyklus, in dem Kaufmann aufgestaute Emotionen in gesteigerte Farbigkeit transformiert.

In den 40er Jahren intensivierte Wilhelm Kaufmann seine künstlerische Auseinandersetzung mit Motiven der Sportwelt, die er bereits in der Zwischenkriegszeit für sich entdeckt hatte. Kaufmanns Malakt ist flüssig und so geeignet, die Faszination, die von der Bewegung ausgeht, einzufangen.

Der Künstler verstand sich als ein Teil des malerisch-expressiven Traditionalismus, der abstrahierende Tendenzen stets durch die Beibehaltung klar umrissener Formen begrenzt. Beispiele dafür sind herrliche Tierbilder und Akte, und auch die Stadtansichten Kaufmanns sind geprägt von – mit Hilfe des Lichts – sensibel modellierten Formen. Zudem zeichnet sich in jenen Werken ein weiteres Charakte-ristikum deutlich ab, nämlich: der Primat der Farbe.

Dieser prägte im Folgenden seine Landschaftsbilder – Ergebnis einer regen Reisetätigkeit des Künstlers in den 50er und 60er Jahren – ebenso wie die großen Stilleben. Kaufmanns künstlerisches Tempera-ment führte hier zu einer wahren Entfesselung der Farbkräfte und einer unvergleichlichen Dynamik der Pinselführung. Als der Künstler 1975 im hohen Alter von 80 Jahren starb, geht damit auch die Tradition expressiver Malerei in Österreich zu Ende.

 


Kaspar Paul
Kaufmann Adolf
Kaufmann Wilhelm
Koko Demeter
Kokoschka Oskar
Kriehuber Josef
Kubin Alfred
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien