Pöchlarn 1886 – 1980 Villeneuve

Oskar Kokoschka war Universaltalent, Weltenbürger und „enfant terrible“ des österreichischen Expressionismus. Seine kunsthistorische Bedeutung kann kaum überschätzt werden, sein Œuvre steht geradezu paradigmatisch für die zentral-europäische Kultur der frühen Moderne. Kokoschka studierte zwischen 1905 und 1909 an der Wiener Kunstgewerbeschule. 1910 kam er in Berlin in Kontakt mit Künstlern wie Pechstein, Nolde, Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff, ein Jahr später kehrte er als Assistent an die Kunstgewerbeschule in Wien zurück. Nach einer gescheiterten Beziehung zu Alma Mahler zog der Künstler freiwillig in den Ersten Weltkrieg und wurde schwer verwundet. Die Jahre um 1920 brachten für ihn schließlich den internationalen Durchbruch. Er erhielt eine Professur an der Dresdner Akademie, stellte gemeinsam mit Wassily Kandinsky in Zürich aus und nahm an der Biennale in Venedig teil. 1934 musste Kokoschka vor den Nationalsozialisten nach Prag und 1938 nach London flüchten, da sein Werk in Deutschland als „entartet“ galt. 1940 hatte er seine erste Ausstellung in New York, aus Anlass der großen Kokoschka-Retrospektiven in der Kunsthalle Basel und im Kunsthaus Zürich hielt er sich 1947 in der Schweiz auf. 1953 übersiedelte der Künstler an den Genfer See und leitete im selben Jahr erstmalig im Rahmen der Internationalen Sommerakademie in Salzburg den Hauptkurs „Schule des Sehens“. Es folgten Reisen nach Hamburg und in die Vereinigten Staaten, wo er 1952 als Gastdozent an der Minneapolis School of Art unterrichtete. 1954 erhielt Kokoschka den Großen Österreichischen Staatspreis. Einen Höhepunkt seines Wirkens in Salzburg stellen die Bühnenentwürfe zu Mozarts „Zauberflöte“ für die Festspiele 1955/56 dar, die auf Anregung Wilhelm Furtwänglers entstanden. In den folgenden Jahren bereiste er Europa, Afrika und die USA. Zahlreiche Ehrungen, Ausstellungen und Retrospektiven – 1962 in der Tate Gallery London, 1968 in der Staatsgalerie Stuttgart – prägten diese Zeit. Auch widmete er sich wieder in zunehmendem Maße seinem graphischen Werk, und es entstanden über zweihundert Lithographien und Radierungen, meist in Zyklen gefasst. Auch die hier abgebildete Farblithographie ist im Werksverzeichnis Wingler/Welz dokumentiert.


Kaspar Paul
Kaufmann Adolf
Kaufmann Wilhelm
Koko Demeter
Kokoschka Oskar
Kriehuber Josef
Kubin Alfred
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien