Wien 1902 – 1969 Wien
Der Maler Ernst Schrom gehört zu den interessantesten expressiven Aquarellisten Österreichs in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Zusätzlich zu diesem Spezialgebiet schuf er auch Holzschnitte, Tempera-Arbeiten und Ölgemälde. Bekannt wurde der vielseitige Künstler ferner für seine Buchillustrationen, Briefmarkenserien, Gobelins, Werbegrafik, Sgraffiti und Mosaike.

Ernst Schrom begann seine Ausbildung an der Akademie am Schillerplatz. Nach Abschluss der Meisterklasse bei Prof. R. Jettmar war er zunächst als Lehrer an einer Wiener Mittelschule tätig. Der 2. Weltkrieg löste in dem jungen Maler eine psychische Krise aus. Um sich von den Kriegsgeschehnissen geistig zu befreien, beschäftigte sich Schrom vorwiegend mit Grafik. Die Nachkriegsjahre stellten für ihn den Beginn seines freiberuflichen Lebensabschnitts dar.

In der Zeit von 1947 bis 1961 war Ernst Schrom aktives Mitglied des Wiener Künstlerhauses und Leiter zahlreicher, in diesem Haus stattfindender Ausstellungen. Schroms Werk wurde nun in Form vieler Auszeichnungen gewürdigt, und namhafte Sammler und Museen kauften Gemälde des Künstlers an (z. B. die Albertina, das Wien Museum, das Leopold Museum, das Niederösterreichische Landesmuseum, das Volkskundeinstitut der Stadt Salzburg sowie das Museum Schloss Bruck bei Lienz).

In den Jahren 1953 bis 1968 unternahm Ernst Schrom mit seiner Familie, Freunden und Künstlerkollegen Reisen durch Europa, die sein Schaffen deutlich bereicherten. Von diesen kehrte er stets mit einer Fülle bemalter Blätter zurück, die in ihrer Farbigkeit und der Sicherheit, mit der sie eine Vielzahl von Eindrücken mit skizzenhaft-virtuosen Andeutungen bewältigen, zum Hervorragendsten seines Gesamtwerkes zählen. Die auf diesen Reisen gewonnenen Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Aquarelle der späten 50er und frühen 60er Jahre, die von einer lockeren, freien Pinselzeichnung bestimmt sind. Der Künstler ließ sich in seinen vor Ort entstehenden Aquarellen ganz vom Charakter des jeweiligen Landes inspirieren. Dabei wurden die Farben zum tragenden Stimmungsfaktor der Reiseaquarelle: helle, leuchtende Primärfarben suggerieren auf koloristischer Ebene die Stimmung unbeschwerten Seins. Die in ihrer Intensität gesteigerte Farbwahl wurde von Schrom, trotz Rückbezugs auf die Wirklichkeit, zu einem zentralen, für sich selbst gültigen Ausdrucksmedium erhoben, wodurch sich Ernst Schrom in die Kunstgeschichte als österreichischer Farbexpressionist einreiht.

Schroms erklärtes Lieblingsreiseziel war Italien. Die dort vorherrschenden intensiven Lichtverhältnisse und deren Reflexionen erschlossen ihm eine ganz neue Dimension der Wahrnehmung. 1959 verbrachte der Künstler Pfingsten und einige Tage im Juni in Venedig, wo jenes im Rahmen dieser Kunstmesse präsentierte Aquarell entstand (siehe Abb.21). 1960 reiste er zum wiederholten Male in die Toskana und nach Umbrien. Besonders in Assisi fand Ernst Schrom viele lohnende Motive, von denen er mit Leidenschaft in seiner Kunstchronik berichtete.


Saar von Karl
Schatz Otto Rudolf
Schrom Ernst
Simony Stefan
Suppantschitsch Maximilian
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien