geboren 1962 Wien

In ihren Gemälden verwebt Franziska Maderthaner Gegenständliches und abstrakt Expressionistisches. Aus ihren Farbschüttungen und radikalen Malgesten entwinden sich Körper, Stillleben und Objekte oder Szenen der Alltagskultur. Abstraktion und Gegenständlichkeit schließen sich in ihrer Kunst nicht aus, sondern ergänzen und stützen einander in vielfältigster Weise.

 Oft und gern verwendet die Künstlerin dabei Zitate aus der Malereigeschichte. Andere ihrer Arbeiten stellen nur vermeintlich Kunsthistorisches dar, sind aber „Reenactments“, unterschiedliche Szenen der aktuellen Gesellschaft, also lebende historische Rollenspiele von heute. Auch Caravaggio, Tiepolo oder niederländische Barockmaler-Zitate werden mit aktuellen Bildwelten durchmischt und wachsen aus den amorphen Farbwelten. „Somit hebt und befreit Franziska Maderthaner durch ihre malerische Virtuosität Sujets der Vergangenheit und Gegenwart aus der Zeit. Wie nebenbei sprengt sie auf ihre unverwechselbare und ironische Art Fragen nach Gültigkeit und Qualität moderner Malerei und entzieht sich damit selbst einer eindeutiger Zuordnung in Stilrichtungen und Moden.“ (Johannes Holzmann)

 Die Titel der Gemälde sind dabei ebenfalls ein Mosaikstück zum Entschlüsseln der Bildideen. Oft wirken sie als extremer Kontrast zu den homogenen Kompositionen und lassen Maderthaners kritische Auffassung von Gesellschaft und Kunst zum Ausdruck kommen.

 Franziska Maderthaner, seit 2000 ao. Professorin für Malerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien, kommt als Malerin vom Gegenständlichen und hat die dafür notwendigen Techniken wie kaum jemand sonst verinnerlicht und perfektioniert. Daher ist es ihr möglich, sogar Abstraktion als gegenständlich zu erfassen und auf Leinwand zu bringen. Durch die Art und Weise, wie Gegenständlichkeit und Abstraktion jeweils für einander einen Referenzraum bilden, hat das Werk der Künstlerin einen singulären Stellenwert in der österreichischen Malerei der Gegenwart.

„Franziska Maderthaners malerische Virtuosität in Verbindung mit ihrer Auffassung von Abstraktion spannt einen beeindruckenden Bogen von den Alten Meistern in unsere Gegenwart und wohl auch darüber hinaus.“ (Michael Wörgötter)

Crazy Horse
Öl und Mischtechnik auf Leinwand
verso signiert und datiert 2014
120 x 150 cm

Großhirn an Stammhirn
Öl und Mischtechnik auf Leinwand
verso signiert und datiert 2013
95 x 125 cm cm

 


Mader Heribert
Maderthaner Franziska
Makarová Saša
Missura-Gámenczy Margit
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien