Untertauern 1911 – 1998 Salzburg

Der am 2. Juli 1911 in Untertauern geborene Lucas Suppin (Geburtsname: Lukas) leistete als Maler einen wesentlichen Beitrag zur Bandbreite der Variationen in der Österreichischen Moderne. Einst hingen seine Gemälde neben Arbeiten von Picasso und Matisse, heute kommt Suppin der Status eines Klassikers zu. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend hauptsächlich in Filzmoos und Dürrnberg bei Hallein, besuchte erste Zeichenkurse in Salzburg und von 1931 bis 1933 die Kunstgewerbeschule in Wien. Anschließend erhielt er eine klassische Ausbildung von 1933 bis 1937 an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Ab 1946 präsentierte er seine Arbeiten bei Ausstellungen des „Salzburger Kunstvereins. 1950 verließ Suppin als Maler des figurativen Expressionismus Österreich in Richtung Frankreich, um sich mit den Wurzeln der Moderne zu beschäftigen. Dieser Schritt bedeutete für ihn einen Bruch mit der herkömmlichen Malerei und eine Hinwendung zur künftig steten Suche nach neuen Formen. Ab dieser Zeit schrieb er seinen Vornamen Lucas mit „c“, als Symbol für ein völlig neues Lebensprogramm.

Aus einem Urlaub in Marseille wurde ein zweijähriger Aufenthalt. Darüber hinaus pendelte er Jahreszeiten abhängig zwischen der Côte d´Azur und Paris. In Marseille lernte er den polnischen Maler Moise Kisling kennen, welcher ihn in den Künstlerkreis rund um Picasso einführte. Suppin pflegte engen Kontakt zu den damaligen Vertretern der „École de Paris“, so z. B. mit Poliakoff, Manessier, Hartung, Ubac oder Soulages, und wurde Teil einer Welt der Kunst, die von gewaltiger Aufbruchsstimmung vibrierte und deren vorherrschendes Credo die Abstraktion war.

Ab 1953 wählte Lucas Suppin St. Paul de Vence zu seinem neuen Wohnsitz, wo er in den Kreis der dort ansässigen Künstlerschar aufgenommen wurde. Begegnungen mit Picasso, Léger, Atlan, Prévert, Chagall, Miró, Fautrier oder Tzara führten in den folgenden Jahren zu teils engen Freundschaften und gemeinsamen Ausstellungen. Suppin setzte sich in dieser Zeit intensiv mit der französischen Maltradition auseinander, was in einem kompletten Wandel seiner eigenen Malerei mündete: Zunächst entstanden kubistische Werke, danach verließ er sukzessive die gegenständliche Malerei und wandte sich der Kunst des „Informel“ zu. Auf diesem Weg hatten ihn Picasso und Matisse besonders geprägt und ihm entscheidende Impulse in der Hinwendung zur abstrakten, ganz aus der Farbe resultierenden Kunst vermittelt.

Achtzehn Jahre lang blieb Frankreich Suppins ständiger Wohnort. Familiäre Gründe führten den Künstler 1967 nach Salzburg zurück. In den 70er Jahren entwickelte er eine neue Handschrift: er widmete sich dem Materialbild, das als innovative Möglichkeit zur Transzendierung des Materiellen gedacht war. Zu Beginn der 80er Jahre begann er sich wieder stärker auf die eigentlichen malerischen Werte zu konzentrieren, wobei er das Terrain nach den verschiedensten Richtungen hin auslotete.

Das Spätwerk des Künstlers zeigt eine Hegemonie strahlender Farben und eine unbeirrbare Lust am Schaffensprozess. Suppin verwandelte etwa das Licht der Sahara Algeriens, wohin er sich über die Wintermonate zurückzog, mittels gestischem Impetus und einer wahren Explosion des Kolorits in einen neuerlichen Beweis für seine vitale Kraft schöpferischer Selbsterneuerung.

Werke des Künstlers finden sich heute in allen wichtigen Museen und Sammlungen. 1950 erhielt er den Preis der Salzburger Landesregierung, 1973 folgte die Verleihung des Titels „Professor“. 1985 zeichnete François Mitterrand Suppin mit dem Orden eines Ritters der Ehrenlegion aus. Schließlich rückten die große Retrospektive des Salzburger Museums Carolino Augusteum im Jahr 2008 und die begleitende Monografie Lucas Suppin in jenes Licht, dass ihm seiner enormen Bedeutung für die österreichische Kunst nach zukommt.


Scheibl Hubert
Scheidl Roman
Schmalix Hubert
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Soshana
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Stark Karl
Staudacher Hans
Suppin Lucas
Szaal Adrian
Galerie Szaal, Schottenring 10, 1010 Wien